Spezial Empfänger- und Beteiligtenprüfung im europäischen und US-Recht
UBO-Prüfungspflicht und (derzeit ausgesetzte) BIS-„Affiliates Rule“ (Entity-List-50%-Regel)
Im internationalen Warenhandel sind der stetige Wandel und die Regulierungsflut unaufhaltsam. Für Unternehmen sind klare Prozesse und Strukturen unerlässlich.
In diesem Webinar erläutert unser Dozententeam, welche Anforderungen ein in Deutschland bzw. in Europa ansässiger, international tätiger Güterhändler nach dem Geldwäschegesetz (GwG) zu erfüllen hat. Behandelt werden insbesondere die Pflichten zur Identifizierung, zur kontinuierlichen Überwachung und zur Dokumentation sowie der Umgang mit dem Transparenzregister und Unstimmigkeitsmeldungen. Zudem wird der aktuelle Stand zur BIS-„Affiliates Rule“ (Entity-List-50%-Regel) dargestellt, die derzeit ausgesetzt ist. Zugleich wird aufgezeigt, wie Organisationen in der Zwischenzeit praxisgerecht monitoren und vorsorgliche Prozesse vorbereiten.
Insbesondere gibt es Neuerungen, welche die Ermittlungspflicht und Prüfung des UBO („Ultimate Beneficial Owner“) betreffen sowie deren Einordnung nach nationalem GwG, EU-Recht und dem künftigen EU-AML-Rahmen (AMLR/AMLA). Hinterfragt werden soll, ob hinter einem nicht gelisteten Kunden eine oder mehrere sanktionierte, sogenannte gelistete Entitäten stehen.
Die Aussetzung der Entity-List-50%-Regel ist derzeit bis zum 9. November 2026 befristet, sofern sie nicht verlängert wird. Zugleich ist ein vorzeitiger „Snap-back“ je nach geopolitischer Lage, insbesondere mit Blick auf China, nicht auszuschließen. Traditionell galten US-Exportkontrollen als tabu in internationalen Verhandlungen, da sie adversen Akteuren den Zugang zu sicherheitsrelevanter Technologie verwehren sollen; die Trump-Administration hat solche bisherigen Tabus jedoch zugunsten vermuteter außenpolitischer Erfolge aufgebrochen. Exporteure geraten damit zwischen die Fronten.
Unser Dozententeam zeigt kompakt und praxisnah, wie international tätige Güterhändler Empfänger- und Beteiligtenprüfungen rechtssicher aufsetzen. Behandelt werden dabei die UBO-Ermittlung nach GwG- und EU-Recht einschließlich der daraus folgenden geldwäscherechtlichen Sorgfaltspflichten, der Umgang mit der derzeit ausgesetzten BIS-„Affiliates Rule“ (Entity-List-50%-Regel) sowie deren Abgrenzung zu OFAC-Vorgaben. Ergänzend erhalten die Teilnehmenden konkrete Handlungsempfehlungen für Monitoring, Übergangsprozesse, mögliche Reaktivierungsszenarien und Schnittstellen zur Exportkontrolle sowie zu End-to-End-Screening-Workflows.
darin enthalten:
- umfangreiche Schulungsunterlagen
- AWA Zertifikat
Ihr Nutzen
Das Webinar vermittelt nicht nur Wissen, sondern stärkt gezielt die Handlungs- und Entscheidungskompetenz.
Nach der Teilnahme an diesem Webinar können Sie:
✓ die aktuellen regulatorischen Anforderungen aus Geldwäschegesetz (GwG), EU-Recht und US-Vorgaben systematisch einordnen und deren Relevanz für Ihr Unternehmen bewerten
✓ Empfänger- und Beteiligtenprüfungen strukturiert aufsetzen und dokumentieren – vom Onboarding bis zur laufenden Überwachung
✓ wirtschaftlich Berechtigte (UBO) rechtssicher ermitteln, auch in komplexen Strukturen, einschließlich Transparenzregisterpflichten und Unstimmigkeitsmeldungen
✓ typische Risiken, Stolpersteine und Blocking-Effekte erkennen und einschätzen, etwa im Zusammenhang mit sanktionierten Personen oder Unternehmen
✓ mehr Rechtssicherheit im internationalen Geschäft herstellen, indem Sie Pflichten, Handlungsspielräume und mögliche Rechtsfolgen korrekt zuordnen
schwerpunkte
- BIS-„Affiliates Rule“ (Entity-List-50%-Regel): aktueller Status „ausgesetzt“ bis 9. November 2026, mögliche Reaktivierung („Snap-back“) und praktische Auswirkungen
- Abgrenzung zur OFAC-„50 Percent Rule“: Ownership vs. Control, Blocking-Effekte und wesentliche Unterschiede
- UBO-Ermittlung nach deutschem und europäischem Recht: rechtssicherer Umgang mit komplexen Beteiligungs- und Kontrollstrukturen
- Geldwäschepflichten nach GwG: praktische Umsetzung unter Berücksichtigung der BaFin-Auslegungs- und Anwendungshinweise
- EU-AML-Paket (AMLR/AMLA): künftige Anforderungen und Auswirkungen auf UBO-Prüfung und Transparenzpflichten
- Transparenzregister in der Praxis: Meldepflichten, Unstimmigkeitsmeldungen und typische Fehlerquellen
- Integration in End-to-End-Screening-Workflows: Schnittstellen zwischen Geldwäscheprävention, Sanktionen und Exportkontrolle
Ablaufplan
Den vorläufigen Ablaufplan für das Webinar können Sie sich hier herunterladen.
Lehrmethoden/-Material und Unterrichtszeit
- Präsentation
- Dozentin/Dozent bringt Fallbeispiele ein
- Teilnehmende bringen Fallbeispiele ein
- Arbeiten mit Gesetzestexten
Eingesetztes Lehrmaterial
- Gesetzestexte, Auszüge aus:
- GwG, EU-AML-VO, OFAC-Richtlinien
- Sonstige Dokumente
- Merkblätter, die von Behörden herausgegeben werden
- Checklisten, Flowcharts
Das Webinar umfasst 5,5 Unterrichtsstunden.
Die Schulung kombiniert kurze Fachinputs mit Fallstudien, Gruppenarbeit und Mini-Übungen. Mithilfe von Checklisten und Templates wenden die Teilnehmenden das Gelernte unmittelbar an.
Zielgruppe
Das Webinar richtet sich an Führungskräfte und Projektverantwortliche im internationalen Warenhandel, die Verantwortung für Empfänger- und Beteiligtenprüfungen, Geldwäscheprävention, Sanktionen oder Exportkontrolle tragen. Es adressiert sowohl Sachverhalte nach EU-Recht als auch nach US-Recht. Grundlegende Vorkenntnisse im EU- und US-Exportkontrollrecht werden vorausgesetzt.
Vor, während und nach dem Webinar
Wie nehme ich an einem AWA-Webinar bzw. an einem Online-Termin teil? Auf dieser Seite finden Sie alle Informationen über die erforderliche Technik und den Ablauf eines Webinars.
Themengebiete
- US-Exportkontrollrecht
- Exportkontrolle
Teilnahmegebühr
Ab€ 790,00 zzgl. 19% USt.
darin enthalten:
- umfangreiche Schulungsunterlagen
- Erfrischungsgetränke und Pausenverpflegung
- Mittagessen
- AWA Zertifikat
