Ursprünglich sollten die länderspezifischen US-Zusatzzölle am 9. Juli 2025 in Kraft treten. US-Präsident Trump unterzeichnete jedoch am 7. Juli 2025 eine Verfügung, die die bisherige Handelspolitik verschärft und zugleich die aktuelle „Pause“ der länderspezifischen reziproken Zölle bis zum 1. August 2025 verlängert. Die bislang geltenden 10% bleiben somit weiterhin bestehen. Darüber hinaus hat die US-Regierung eine offizielle Aktualisierung der länderspezifischen Zolltarife veröffentlicht.
Zölle als Druckmittel: Eskalation nicht ausgeschlossen
Neben der Verlängerung der „Pause“ der reziproken Zölle hat Präsident Trump Briefe an verschiedene Länder (siehe Tabelle) versandt, aus denen die ab dem 1. August 2025 geltenden länderspezifischen Zusatzzölle hervorgehen. Die EU hat bislang keinen solchen Brief erhalten. In einem Fact Sheet kündigt die US-Regierung allerdings an, die Zölle gegenüber Staaten, die weiterhin von „unfairen Handelsvorteilen“ profitieren, in den kommenden Tagen oder Wochen erneut anzupassen.
Für die Wirtschaftsbeteiligten bedeutet dies ein kurzes Aufatmen. Doch bleibt ungewiss, wann ein entsprechender Brief an die EU gesendet wird und welchen Inhalt er haben wird. Auch die Reaktion der EU ist noch offen. Nach derzeitigem Stand spricht jedoch vieles dafür, dass die Aussetzung der EU-Gegenmaßnahmen bis Anfang August verlängert wird, um weiteren Verhandlungsspielraum zu schaffen.
Konfrontation statt Kooperation
In den bereits veröffentlichten Briefen droht Trump zudem offen damit, weitere Zollerhöhungen durchzuführen, sollten Staaten auf die neuen Maßnahmen mit Gegenzöllen reagieren. In diesem Fall würden die US-Zusatzzölle im gleichen Umfang erhöht.
Obwohl das Weiße Haus die neuen Regelungen als Maßnahme zur „Durchsetzung fairer Handelsbedingungen“ darstellt, wird die Kritik daran immer lauter. Mit der aktuellen Aktualisierung setzt die US-Regierung klar auf Konfrontation statt Kooperation. Der Einsatz reziproker Zölle als strategisches Druckmittel mag innenpolitisch vermittelbar sein, außenwirtschaftlich droht er jedoch, bestehende Handelskonflikte weiter zu verschärfen. Wenn die Maßnahmen nicht zeitnah eingedämmt werden, sind weitreichende Störungen internationaler Lieferketten sowie eine deutlich zunehmende Unsicherheit für Unternehmen und Märkte zu erwarten.
Hier finden Sie eine Tabelle mit den aktuellen länderspezifischen Zusatzzöllen (Stand: Juli 2025).
Quellenangaben
Executive Order: Extending the Modification of the Reciprocal Tariff Rates
Redaktionell bearbeitet durch
Leonie Zappel
Programmleitung der AWA AUSSENWIRTSCHAFTS-AKADEMIE GmbH
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